Die Gemeindewerke Heusweiler (GWH) beabsichtigte gemeinsam mit der Fa. Ökostrom Saar in Hirtel neben der Autobahn A 8 auf einer Fläche von ca. 3 ha eine Photovoltaik-Anlage zu errichten, um Sonnenstrom zu produzieren.

Nachdem alle erforderlichen Gestattungsverträge mit den Grundstückseigentümern unterzeichnet waren hat die GWH bei der Gemeinde Heusweiler im August 2012 beantragt, für die Errichtung der PV-Anlage einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan beim Regionalverband Saarbrücken zu ändern. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, das erforderliche Genehmigungsverfahren in die Wege zu leiten.

Da die Flächen, auf denen die PV-Anlage errichtet werden sollte, laut Landesentwicklungsplan Umwelt als Vorranggebiet für die Landwirtschaft ausgewiesen sind, musste die Gemeinde Heusweiler bei der Landesplanungsbehörde auch die Durchführung eines sogenannten Zielabweichungsverfahrens beantragen, damit auf dem Vorranggebiet für die Landwirtschaft der Bau der Anlage erlaubt wird. Sowohl die Landwirtschaftskammer für das Saarland als auch das Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz haben den Bau der PV-Anlage auf diesen landwirtschaftlichen Flächen
abgelehnt mit der Begründung, dass einerseits die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen in Hirtel sehr hoch sei und diese Flächen für die Landwirtschaft dringend benötigt werden und andererseits in der Gemeinde Heusweiler genügend andere Flächen zur Verfügung stehen, auf denen PV-Anlagen errichtet werden können.

Diese Entscheidung ist für Bürgermeister Thomas Redelberger nicht nachvollziehbar, zumal in anderen Kommunen ähnliche Anlagen genehmigt worden sind. Es ist zwar richtig, so Wolfgang Karges, GWH-Geschäftsführer, dass in der Gemeinde Heusweiler andere Flächen vorhanden sind, nur wird auf diesen Flächen für den Bau von PV-Anlagen keine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz gezahlt und damit kann eine solche Anlage nicht rentabel betrieben werden.

Bei einem Investitionsvolumen von 1,65 Mio. Euro hätte die Anlage für ca. 450 Drei-Personen-Haushalte Strom liefern können. Daraus wird nun nichts. Die Planung dieser Anlage hat rd. 12.000 Euro verschlungen, und zwar für die Erstellung des Bebauungsplanes und für ein Blendgutachten, das vom Landesbetrieb für Straßenbau gefordert wurde.

Durch dieses Blendgutachten musste nachgewiesen werden, dass eine Blendwirkung für Fahrzeugführer auf der A 8 durch die PV-Module ausgeschlossen ist.